Alpencross


„Life Is Like Riding A Bicycle.To Keep Your Balance You Must Keep Moving.“ AE


Unser Ziel: Mit dem Bike (incl. Anhänger) entlang der Via Claudia Augusta nach Venedig.

Wegpunkte der Route:

Rosshaupten (Füssen) – Fernpass – Inntal – Landeck – Reschenpass – Nauders – Vinschgau – Meran – Lana – Etschtal – Bozen – Trient – Lago di Caldonazzo – Val Surgana – Carzano – Bassano di Grappa – Piombino Dese – Venedig – Verona – Lazise del Garda – Lago di Garda – Torbole – Roveretto – Trient – Bozen – Eisacktal – Klausen – Brixen – Sterzing – Brenner – Innsbruck – Seefeld in Tirol – Mittenwald – Garmisch Partenkirchen – Lermoos – Reutte – Füssen.

Bilder der Tour findet ihr hier


Tag 1 Samstag 02.07.2011
Nach drei Stunden Fahrt sind wir an unserem Ausgangspunkt in Rosshaupten angekommen.
Mit jeweils 16 kg Gepäck am Anhänger starten wir Richtung Venedig.

Vor uns liegen die Alpen. Vorbei am Forggensee mit dem Schloss Neuschwanstein radeln wir über Füssen Richtung Reutte in Tirol.
Hier geht es in die erste Bergwertung dem Fernpass. Locker erklimmen wir den ersten Anstieg bis zum Almkopf. Hier legen wir wg. eines kräftigen Regenschauers eine kurze Kaffeepause (natürlich mit dem obligatorischem Apfelstrudel) ein.

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Nach der kurzen Rast geht die Reise weiter nach Lermoss. Lermoss liegt in traumhafter Lage zwischen den Lechtaler Alpen und dem Wettersteingebirge (Zugspitze). Ab Bieberwier kraxeln wir auf den letzten 10 km entlang der meisbefahrenen Alpenstrasse hinauf zum Fernpass. Der Tag endet in Nassereith nach 75 km und 585hm im Gasthof Gurgltalblick.

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Tag 2: Sonntag 03.07.2011

Wir sind nach 90 km und 660 hm in Nauders angekommen. Somit liegen die Alpenpässe bereits hinter uns. Der Tag begann mit der Abfahrt von Nassereith durch das Gurgltal und anschliessend entlang des Inns nach Landeck. Obwohl es auf der Strecke leicht abwärts ging, bereitete uns der Bremsasphalt einige Mühe. Ab Landeck folgten wir weiter dem Flusslauf des Inn in Richtung Engadin.

(Landeck)

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Bei Pfunds folgte am Abend der Aufstieg zum Tagesziel Nauders.
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Tag 3 Montag 04.07.2011

Der Tag begann um 9 Uhr in Nauders. Bei traumhaften Wetter fuhren wir hinauf zum Reschenpass (Italienische Staatsgrenze,1580m) . Ab Reschen folgten wir dem Vinschgauer Radweg hinunter nach Meran. Im Schutz vom Ortlergebirge und Oetztaler Alpen scheint in diesem Tal die Sonne an 300 Tagen im Jahr. Durch viel Wasser das den Inn speist, ist hier das grösste Apfelanbaugebiets Europas entstanden. Je weiter wir flussabwärts nach Meran radeln, desto stärker blässt uns der Wind vom Texelgebirge entgegen. Obwohl wir fast 800 hm verlieren sind am Abend die Reserven aufgebraucht.
Morgen gönnen wir uns einen Ruhetag in Lana bei Meran.

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Tag 4  Dienstag 05.07.2011
Heute ist Wellnesstag für Gelenke und Gesäss. Im Fluss tausender Touristen schlendern wir durch die Laubengasse und genießen den Flair der sommerlichen Kurstadt. Den Abend genießen wir bei einem guten Wein in Lana.

Tag 5 Mittwoch 06.07.2011

Wir verlassen fruehmorgens unseren 4 Sterne Campingplatz Aquin und folgen der alten Strada del Vino, Richtung Bozen. Flankiert von zahlreichen Apfel und Weinplantagen geht es auf dem gut ausgebauten Radweg Richtung Sueden.

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Bei Bozen geniessen wir die Ausicht auf den Schlern und die Rosszaehne (Dolomiten) ,die uns links am Horizont erscheinen. Ab Bozen folgen wir dem Flusslauf der Etsch hinunter nach Trient. Dieser Abschnitt wird zunehmend anstregender da uns boehiger Starkwind entgegenblaesst.

(hier eine kleine Demo vom Wind. Wir mussten ca 30 km dagegen ankämpfen)

Wir übernachten zentrumsnah in der Jugendherberge und lassen den Abend in der tubulenten Innenstadt nahe des Doms ausklinken.

Tagesetappe:100 km

Tag 6 Donnerstag 07.07.2011

Bereits um 08 Uhr verlassen wir die Herberge in Trient und versuchen dem Verkehrsgewirr zu entfliehen. In der Stadt treffen wir Hubert und Helga aus Freiburg die uns an diesem Tag mit ihren Bikes begleiten. Es geht mit 19 % Steigung aus Trient rauf in die Berge zum Lago di Caldonazzo. Staendig müssen wir unsere Fahrt wg. Regenschauern unterbrechen. Dazu verirren wir uns noch in den Bergen vor Caldonazzo. Zu später Stunde erreichen wir das fantastische Val Surgana, folgen dem Flußlauf der Brenta bis nach Carzano und übernachten im tollen Le Rose.
Tagesleistung: 700 hm 70 km davon haben wir fuer die ersten 50 km , 8h gebraucht.

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Tag 7 Freitag 08.07.2011

Wir starten in den Tag mit einem tollen Frühstück inmitten der Berge des Val Surgana. Auf einem abwechlungsreichen Radweg entlang der Brenda geht es nach Bassano del Grappa. Die Stadt hat ihren Namen nicht vom gleichnamigen Tresterschnaps, sondern vom Monte Grappa. Sehrwohl sind in diesem Ort sehr berühmte Brennereien zuhause.
Ab Bassano verlassen wir die faszinierende Bergwelt der Alpen und tauchen ein in die eher eintönige venezianischen Ebene. Wir finden in Piombino de Se im ‚Ca de Memi‘ einen Traum von Agriturismus.

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Tag 8 Samstag 09.07.2011

Am heutigen Morgen ist der Geruch des Meeres förmlich zu riechen. Venedig ist noch 40km entfernt.
Dieser Streckenabschnitt macht keinen Spass. Es geht permanent auf stark befahrenen Landstrassen Richtung Süden. Zusätzlich machen uns subtropische Temperaturen (35 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit) zu schaffen. Wir finden in Venedig einen lagunennahen Campingplatz mit spartanischer Basisausstattung und exklusiver Stellplatzgebühr.

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Hier beginnt die Touristenabzocke. Nach zwei Topübernachtungen, nehmen wir das gelassen hin. Campingplätze haben gegenüber Hotels einen entscheidenden Vorteil. Der Zugang zu einer Waschmaschine. Bevor wir uns zu den millionen Touristen gesellen und die Stadt besichtigen wird Wäsche gewaschen. Am späten Nachmittag geht es mit dem Bus rüber zur Lagune. Es folgt das übliche Sightseeing Programm bis spät in die Nacht.

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Und in der Nacht wenn die Touristen die Stadt verlassen haben, ist Venedig klasse.

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Tag 9 Sonntag 10.07.2011

Heute beginnt ein neues Abenteuer auf unserer Tour. Bahnfahren mit Rädern in Italien. Wir machen uns von Venedig(Mestre) mit dem Zug auf den Weg nach Verona. Leider gibt es keine Radwege zwischen diesen beiden Städten. Und die Landstraßen sind zu abenteuerlich. Bis auf das Ein/Ausstiegsprozedere unserer Räder/ Anhänger am Bahnsteig ist Bahnradeln in Italien unproblematisch und günstig.
(2 Personen incl. Räder 19 Euro).

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In Verona angenommen widmen wir uns dem üblichen Pflichtprogramm. Balkon Romeo und Julia, Arena di Verona, Salad Mista con Tonno, Aqua Minerale con Gas.

(Arena di Verona)

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Nach diesem anstrengenden Programm nehmen wir in der Mittagshitze, Kurs auf den Lago di Garda und erleben in der Nacht bei Lazise einen gewaltigen Wolkenbruch.

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Tag 10 Montag 11.07.2011

Wellness und Wäschetag am Gardasee.

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Tag 11 Dienstag 12.07.2011
Um der Hitze zu enfliehen starten wir sehr früh von unserem Campingplatz in Lazise. Es geht am Ostufer das Lago del Benaco (Gardasee) vorbei an Bardolino, Garda, Malcesine, nach Torbole.

(Gardasee Ostufer)

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In der Mittagshitze steigen wir bei 9% Steigung hinüber nach Roveretto und begünstigt durch die Bora fliegen wir das Etschtal hinauf bis nach Trient. Nach 110km Tagesleistung genießen wir einem guten Vino Bianco am Domplatz der Studentenstadt. Die Stadt wird normalerweise von den Touristen auf der Reise gen Süden links liegen gelassen – ein fataler Fehler.Trient steht in puncto Lebensqualität in Italien auf Rang 4. Und das zeigt diese Stadt.

Tag 12 Mittwoch 13.07.2011

Nach einer fürchterlichen Nacht im ‚Youth Hostel International‘ mit zwei Sizilianern, gefühlten 40 Grad Raumtemperatur, starten wir völlig gerädert Richtung Bozen. Tag 12 ist geprägt sich dem Thema Leidensfähigkeit zu stellen. Es gibt nach 800 km doch die eine oder andere Wundstelle zu spüren. In Bozen erwartet uns am Abend dann auch noch ein warmer kräftiger Gewitterregen. Beim Anstieg Richtung Brennero brechen wir in Blumau den heutigen Tag nach 80 km und 450hm ab. Wir finden im Schlosshof eine tolle Herberge.

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Tag 13 Donnerstag 14,07.2011

Der Tag in Blumau beginnt bei schönem Wetter und einem tollen Frühstück am Rande der Dolomiten. Die Lust am Biken ist zurück. Vor uns liegen erneut die Alpen. Auf einer stillgelegten Eisenbahntrasse geht es entlang der wilden Eisack hinauf nach Klausen. Wir fahren auf einem top präparierten Radweg durch gut beleuchtete Tunnels. Vielfach überqueren wir auf Eisenbahnbrücken den Flußlauf der Eisack. Hoch über uns schwebt auf hunderten von Pfeilern die Brennerautobahn und befördert die Blechlawinen über die Alpen. Eine strassenbauliche Meisterleistung.
Zwischen Klausen und Brixen wird das Wetter zunehmend kühler und feuchter. Ein kräftiger Regenschauer unterbricht unserer Reise in Brixen. Mit Regenklamotten (wollten wir doch mal testen) geht es nach dieser Unterbrechung auf den letzten Teilabschnitt des Tages, Richtung Sterzing. Kalt, ausgewaschene Feldwege, kräftige Steigungen und immer wieder Regen bestimmten diesen Abschnitt. Nach 75 km und 630 hm geht der Tag in Sterzing zu Ende.

Radweg entlang der alten Eisenbahntrasse (Bozen-Klausen)

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Tag 14 Freitag 15.07.2011
Heute geht es erneut über die Alpen. Locker bezwingen wir die restlichen 400 Höhenmeter von Sterzing zum Brenner. Auf der Abfahrt nach Innsbruck sehen wir am Horizont das gigantische Karwendelmassiv, tief eingehüllt in schwarze Regenwolken.
Wir kommen trocken in Innsbruck an und entscheiden uns für einen spontanen Stadtbummel und gegen eine weitere Berg-Etappe. Diese legen wir anschließend mit der ÖBB (Schande) zurück. Zufällig landen wir in Seefeld in Tirol, einem elitären Olympiaort, in dem sich die 4-Sterne
Herbergen in ihrem Aushängen mit Promis aus der Regenbogenpresse schmücken. Wir Biker- Gypsies passen in unseren Klamotten hier nicht rein.

(Sterzing)

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(Richtung Brenner)
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image(Europabrücke)
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Tag 15 Samstag 16.07. 2011

Bei Kaisserwetter verlassen wir Seefeld und das Karwendelgebirge. Auf einer von schroffen Felsen umgebenen Hochebene geht es über Leutasch nach Mittenwald. Und hier nach 1000 km passiert es. Wir haben den ersten Platten an Susi’s Bike. Nach kurzem Stop queren wir Mittenwald und radeln abwärts Richtung Garmisch-Partenkirchen. Auf dieser Abfahrt genießen wir den klaren Blick auf das Wettersteingebirge mit Alpspitze, Zugspitze und Waxenstein.
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Wir erreichen Garmisch, wollen mit den Bikes auf die Schanze (Spässle) und setzen unserer Tour Richtung Lermoos durch das Loisachtal fort.

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In Lermoos erleben wir ein Alpenglühen der Zugspitze von erster Güte. Der Tag endet nach 75 km und 400 hm.

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Tag 16 Sonntag 17.07.2011

Erneut haben wir Glück mit dem Wetter. Bei strahlendem Sonnenschein
verlassen wir Lermoos und die Zugspitz-Arena. Unser Weg führt entlang der Via Claudia Augusta über Reutte zurück zum Ausgangspunkt nach Füssen.
Tagesetappe: 51 km, 350hm

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(Forggensee im Hintergrund Neuschwanstein)

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Fazit:
Die Tour endet nach 1072 gefahrenen
Radkilometern und 7961 überwundenen Höhenmetern. Gefahren wurde an 14 von 16 Tagen. Die Alpen wurden problemlos bewältigt. Die größte Anstrengung hat uns der starke Gegenwind im Etschtal bei Trient abverlangt.
Und: –> wir können noch sitzen
🙂

 
     
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